Magdalena Stachat (RZ.Nord) sprach mit Tobias Göcke (Geschäftsführer von SupraTix GmbH) und Marvin Mehlhose (RZ.Nord) über die Möglichkeiten von KI-Agenten.
Am 05.02.2026 fand der mittlerweile 14. KI-Impuls des RZ.Nord statt. Das Online-Format hat sich im Projekt als fester Raum für Wissens-Impulse und Austausch rund um Künstliche Intelligenz etabliert. Dieses Mal nahmen rund 35 Interessierte teil und hörten dem Speaker Tobias Göcke, Gründer und Geschäftsführer der SupraTix GmbH, gespannt zu. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele zeigte er praxisnah, wie KI-Agenten Unternehmen dabei unterstützen, Wissen effizient zu erschließen und nutzbar zu machen.
Wir haben im Nachgang mit Tobias Göcke sowie Marvin Mehlhose, Organisator des KI-Impulses und Berater im RZ.Nord, gesprochen, was KI-Agenten auszeichnet, wo ihre Grenzen liegen und worauf Unternehmen bei ihrem Einsatz achten sollten.
RZ.Nord: Marvin, beginnen wir mit den Grundlagen. Was ist ein KI-Agent?
Marvin: Ein KI-Agent ist ein digitales System, das selbstständig Aufgaben ausführen kann, z. B. Informationen sammeln, Entscheidungen vorbereiten oder Prozesse auslösen. Er arbeitet nach vorgegebenen Zielen und Regeln und kann mehrere Schritte automatisch erledigen.
RZ.Nord: Was ist der Unterschied zwischen KI-Agent und einem Chatbot?
Marvin: Ein Chatbot beantwortet hauptsächlich Fragen oder führt einfache Dialoge in organischer Sprache mit den Nutzer:innen. Ein KI-Agent kann zusätzlich aktiv Aufgaben ausführen, Daten verarbeiten oder andere Systeme anstoßen. Kurz gesagt: Chatbots können reden, KI-Agenten können handeln.
RZ.Nord: Tobias, welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, um KI-Agenten einzusetzen?
Tobias: KI-Agenten benötigen vor allem eine saubere technische Infrastruktur, qualitativ hochwertige und zugängliche Daten sowie klare Sicherheits- und Governance-Regeln. Entscheidend sind außerdem klar definierte Prozesse, Rollen und Freigaben, damit Agenten nicht nur „wissen“, sondern auch kontrolliert handeln dürfen.
RZ.Nord: Wo gibt es Risiken und Grenzen?
Marvin: Risiken bestehen bei falschen Entscheidungen, fehlerhaften Daten oder wenn Prozesse ohne ausreichende Kontrolle automatisiert werden. Außerdem gibt es Grenzen bei komplexen Entscheidungen, rechtlichen Fragen und beim Datenschutz. KI-Agenten brauchen deshalb klare Regeln und menschliche Aufsicht.
RZ.Nord: Worauf müssen KMU bei der Nutzung von KI-Agenten achten?
Tobias: KMU sollten darauf achten, klein und strukturiert zu starten: klar abgegrenzte Use-Cases, saubere Datenräume und ein Rechtesystem sind wichtiger als „große KI-Visionen“. Ohne Standardisierung, Tests und Monitoring besteht sonst die Gefahr von Wildwuchs oder Fehlentscheidungen im operativen Betrieb.
RZ.Nord: Tobias, kannst du uns ein praktisches Beispiel aus deiner Arbeit nennen?
Tobias: Im Handwerk bzw. Maschinenbau nutzen Mitarbeitende einen KI-Agenten, um Änderungen an Zeichnungen oder Aufträgen nachzuvollziehen: Der Agent durchsucht automatisch Protokolle, CRM-Daten und Dokumente und liefert die Entscheidung inklusive Quelle. Was früher mehrere Stunden Recherche bedeutete, ist heute in Minuten geklärt – nachvollziehbar und revisionssicher.
Wir danken Tobias Göcke und Marvin Mehlhose für das spannende Interview und die praxisnahen Einblicke rund um KI-Agenten.









